Waldameise
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     Alles ist Mitteilung
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     Bettina von Arnim


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    In dem heiligen Schweigen, in der großartigen Ruhe der Natur liegt der höchste Trost für den, der ihre Sprache versteht.
    Fanny Lewald






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    Weitwinkel

    Schon sitze ich wieder hier ... ca. 50 cm vor meinem Rechner bzw. von meinem Monitor entfernt. Bin diese "Kurzsichtigkeit" gar nicht mehr gewöhnt. Eine Woche lang eine völlig andere Welt, in die ich eintauchen durfte. Es erstaunt mich immer wieder, wie schnell man sich auch an die neuen Bilder gewöhnt. Den ersten Moment vergisst man nie. Alles ist neu und die Augen wissen gar nicht, wohin sie zuerst schauen sollen, so viele Eindrücke stürmen auf sie ein. Herrlich ... diese endlos scheinende Weite ...



    Der erste Kurzurlaub ohne meinen Mann. Ein sehr trauriges Gefühl. Keine Hand, die die meine hält, der leere Platz am Tisch, wo er hätte sitzen sollen ... einfach so vieles, das ich so gern mit ihm geteilt hätte und schmerzlich vermisst habe. Obwohl ich oft auch das Gefühl hatte, er sei ganz in meiner Nähe. Sehr oft sogar. Aber ich konnte ihn nicht sehen, seine liebe Stimme nicht hören, nicht die Bilder mit ihm teilen, ihn nicht berühren.
    Freude nicht mehr mit geliebten Menschen teilen zu können, muss man erstmal lernen.



    Nein, klagen kann ich nicht. Ich werde aufgefangen, hab eine sehr liebe Familie. Aber wenn ein wichtiges Teil fehlt, wird es nie wieder so sein, wie es einstmals war. Das kann ein jeder bestätigen, dem auch ein Stück vom Herzen genommen wurde.

    Doch ihr möchtet sicher noch ein wenig von der Reise nach Südtirol erfahren.

    Ganz zeitig fuhren wir los, um den größten Verkehrsstaus zu entgehen.



    Hier machten wir eine größere Rast. In Graun im Vinschgau. Was es mit diesem Ort auf sich hat und warum aus dem See der Turm einer Kirche ragt, könnt ihr HIER nachlesen.



    Unsere erste Unterkunft fanden wir in Algund. Noch am selben Tag führte uns unser Weg Richtung Schloss Tirol, was ihr auf dem 2. und letzten Foto sehen könnt. Aber auch auf dem Weg dahin gab es soviel interessantes zu entdecken.



    Immer wieder herrliche Berghänge mit Weinreben und Apfelbäumen ... kleine Kirchen, Burgen, Ruinen und dazwischen immer wieder wunderbare, faszinierende Aussichtspunkte.



    Was es mit den erwähnten Waalwegen auf sich hat, erzähle ich euch beim nächsten Mal. Und das ist noch längst nicht alles ... ;-)

    Morgen ruft erstmal die Arbeit wieder. Vermutlich habe ich einiges aufzuarbeiten. Hauptsache, es hat sich nichts zum Negativen verändert, wie in meinem Traum, als plötzlich alle ins Haupthaus umgezogen waren und mir keiner sagen konnte, wo ich meine Kollegen bzw. meinen neuen Arbeitsplatz finde ... überall hab ich nach ihnen gesucht, aber vergeblich ...  *schwitz* :-)
    Ich sag` ja immer, ich hab einfach zuviel Fantasie.

    Übrigens finde ich es auch schön, wieder hier zu sein. Vielen Dank für euer Interesse ... bis bald!


    Waldameise 21.08.2011, 16.37 | (19/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Auf Waalwegen ...

    bin ich gewandelt. Deshalb war es hier ein paar Tage ruhig. Ganz lieben Dank für eure vielen lieben Zeilen. Dass euch das kleine Märchen von Käfin gefallen hat, freut mich von ganzem Herzen. Danke für die vielen lobenden Worte und eure Aufmunterung, ein Büchlein herauszubringen. Natürlich träume ich davon, eines Tages ein Büchlein herausbringen zu können mit meinen Gedichten und kleinen Geschichten. Aber ich finde, noch sollte ich daran arbeiten, bis ich diesen großen Schritt gehen kann.
    Eine Frage kam auf zu Spincer, der Spinne. Vielleicht hätte ich noch erwähnen sollen, dass er im Handumdrehen aus dem glänzenden Stoff des Knopfes den Anzug für Käfin "zusammengesponnen" hat. Ich glaubte, das ginge deutlich aus der Handlung hervor. Aber an dieser Stelle war wohl mein Erzähl-Faden zu kurz gesponnen, wie ich diesbezüglichen Anfragen entnommen habe.



    Aber ich wette, euch interessiert jetzt viel mehr, was ich euch von den Waalwegen berichten kann. Im Moment bin ich leider nicht in der Lage dazu. Die Rückreise war ziemlich anstrengend, wie das halt so ist. Zudem klebe ich schier an den Tasten fest. Und heute schaut hier sicher eh keiner mehr vorbei.
    Ich hoffe, euch allen geht es gut. Ich freu mich schon auf einen Besuch. Alles Liebe für euch ... bis bald!

    Waldameise 20.08.2011, 21.43 | (9/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Des Käfins neue Kleider - ein Sommermärchen

    Endlich hatte der kleine Käfin das Ufer des riesigen Waldsees erreicht.

    Zumindest kam es ihm vor wie ein See, denn er zählte zu den Kleinsten seiner Art. In Wirklichkeit war es nur eine Pfütze, die frisch gefallener Regen hinterlassen hatte.

     

    Aber das spielte gar keine Rolle, denn der kleine Käfin näherte sich dem Wasser nur, um sich darin zu spiegeln.

     

    Traurig, ja fast entsetzt starrte er auf sein Spiegelbild. Was er da sah, schien ihn fürchterlich aufzuregen. Sein Seufzen war weithin vernehmbar.

     

    "Ojeee" drang es herzzerreißend aus seinem winzigen Mund, "ich bin noch genauso schwarz, wie am Tag meiner Geburt. Es hat also wieder nichts genützt, dass ich so lange im Regen ausgeharrt habe".

     

    "Was ist denn passiert?", fragte Waldraut, die Waldameise, voller Sorge. "Ich hab` grad Tannennadeln zu meinem Bau transportiert, da vernahm ich dein Wehgeschrei."

     

    Käfins Augen füllten sich mit Tränen. "Ach, liebe Waldraut, alle meine Freunde sehen so hübsch aus. Sie kommen beim Tanzfest in der Mohnblumenwiese nie in die Verlegenheit, keinen Tanzpartner zu finden. Nur mit mir will einfach niemand tanzen.”

     

    Da ist Maria mit ihrem hübschen roten Kleid und den kleinen schwarzen Punkten, die keine Ahnung hat, wie sehr ich mich in sie verliebt habe. Sie beachtet mich nicht, weil ich keine Designerklamotten trage, nur diesen hässlichen schwarzen Frack. Alle scheinen mich zu ignorieren, dabei möchte ich doch auch so gern einmal das Tanzbein schwingen."

     

    Fast hätte Waldraut mitgeweint, so sehr war sie von Käfins Gram ergriffen. "Wenn ich dem Kleinen nur helfen könnte", überlegte sie verzweifelt.

     

    Da kam ihr eine "glänzende" Idee. Sie erinnerte sich an den metallic-grünen Knopf, den sie unlängst neben der alten Birke gefunden hatte.

     

    "Genau das ist es", frohjubelte sie und bat Käfin, kurz auf sie zu warten.

     

    Schnell lief sie zum nächstgehangenem Netz, um eine von den Spinnern um einen Gefallen zu bitten. Sie hatte Glück, Spincer hing grad faul herum.

     

    "Spincer, komm, du musst mir einen Gefallen tun" weckte sie den Nachwuchsknüpfer unsanft aus seinen Träumen. Eile war geboten. Käfins Herz könnte vor Kummer zerbrechen.

     

    Das sah Spincer ein und folgte der leichtfüßigen Waldameise im ebenfalls behenden Schritt.

     

    Schon kurze Zeit darauf kamen sie zurück. Im Handgepäck einen totschicken metallic-grünen Anzug.

     

    Käfin saß am Uferrand und beobachtete die kleinen Kreise im Wasser, die sich aus seinen Tränen bildeten. Ganz in sich versunken, bemerkte er nicht einmal, dass sich Waldraut und Spincer näherten.

     

    "Schau mal, was wir dir mitgebracht haben", überraschten sie den erstaunten Käfin, während sie das edle Teil aus der Tasche zogen, ... "einen Designeranzug vom Meister Spincino persönlich!”

     

    Das haute ihn um. Schon wieder kullerten die Tränen nur so über Käfins kleine Käferwangen. Einen schöneren Anzug hatte er wahrlich noch nie gesehen.

     

    "Danke, meine lieben Freunde, ich bin überwältigt” seufzte er überglücklich. “Damit macht ihr mir das schönste Geschenk meines Lebens."

     

    ... und insgeheim jubelte er: "Jetzt wird Maria auf mich fliegen!"


    (c) Waldameise



    Waldameise 10.08.2011, 10.26 | (22/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Regenspiele

    Ob aus der Waldameisen- oder Vogelperspektive, jede hat ihren eignen Reiz.

    Beispiel 1: Buckelquadermauerwerk eines Bergfriedes



    ... aus der Nähe ...



    ... aus der Waldameisenperspektive ...



    ... und aus der Ferne.

    Beispiel 2:  Weizenfeld



    ... aus der Ferne ...



    ... etwas näher ...



    ... und allesamt aus der Vogelperspektive.

    Sommerbeschäftigung.


    Waldameise 09.08.2011, 18.48 | (14/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Eben entdeckt

    DER dürfte was für mich sein. Vielleicht auch für euch?

    Waldameise 08.08.2011, 19.21 | (9/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Freundschaft

    Wer für sich selbst zu schwach und klein
    und wer nicht gerne steht allein,
    mag an den Freund sich schmiegen!

    ( Anastasius Grün)



    Die zwei schienen sich sehr zu mögen. Das Zieglein hat sich immer wieder an das Pferdl geschmiegt, als wär es sein großer Freund. Ich fand das so lieb und musste es für euch festhalten.
    Ich wünsche euch immer eine starke Schulter zum Anlehnen.

    Liebe Grüße aus dem verregneten Ameisenhaufen!

    Waldameise 07.08.2011, 22.45 | (22/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Beerensammlung

    walbeere.gifDer Wald hat sich herausgeputzt

     

    vom Tale bis zum Gipfel.

     

    Der Regen hat das Laub entschmutzt

     

    bis zu der Bäume Wipfel.



     
     


    Der Bach fliesst klar, das Grün sprießt hell,

     

    die Nadelkissen funkeln.

     

    Des Rehleins frisch geputztes Fell

     

    leuchtet sogar im Dunkeln.



     
     


    Der Fuchs kämmt seinen schönen Schweif,

     

    der Hase pflegt die Ohren.

     

    Die Pfütze hat der Frosch sogleich

     

    zum Bade auserkoren.

     



     


    Ein jeder macht sich schick und fein,

     

    freut sich schon auf die Gäste.

     

    Gemeinsam will man fröhlich sein

     

    beim Waldbeer-Ernte-Feste.




    (c) Waldameise


    frsin.gif

    Waldameise 04.08.2011, 23.16 | (27/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Lebenskünstler

    Mein Leben ist wie ein Spiel im Frühling.
    Ich will so leben, wie es mir gefällt:
     ich will mit euren steifen Sitten und matten Bräuchen nichts zu tun haben.
    Blau ist der Himmel, grün die Wiese und Flur,
    frisch die Quellen, heiter die Flüsse,
    und von herrlicher Gastlichkeit sind Sonne und Sterne.
     Ich will mein Spiel zu Ende spielen.

    (Ralph Waldo Emerson)



    Na, der war gut drauf, der Herr Emerson, gell? Und doch ist da manchmal die Sehnsucht, es auch so zu halten, sich nicht mehr über so viele Dinge den Kopf zu zerbrechen und sich dadurch das Leben schwer zu machen. Aber da sind derer zu viele, die einen unabwendbaren Einfluss auf unser Leben nehmen. Die kann man sich nicht von der Schulter pusten wie Schuppen. Aber man darf auch nicht verlernen, dieses "Spiel" zu spielen, das Herr Emerson so schön beschreibt. Da dank ich meiner Waldameise, die es zum Glück noch nicht verlernt hat.



    Wenn sich die Blütenknospe schließt,


     das Abendlicht sein Gold vergießt,
     
    wenn Hummeln ihren Rückflug starten

     und alles ruhig wird im Garten,
     
    schick ich den lauten Tag auf Reise,

    genieß den Rest auf meine Weise.


    (c) Waldameise



    Sommerspiele sind aber auch schön, gell? Nächste Woche soll meine Muse zurück aus dem Urlaub kommen. Ich glaube es erst, wenn sie mich blendet und mir den Schweiß aus den Poren treibt. Aber ich freu mich auf sie ... denn ich darf sie uneingeschränkt genießen. Vielleicht geht es euch auch so ... dann wünsche ich euch eine schöne Urlaubszeit.


    Waldameise 30.07.2011, 14.42 | (24/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Peggy Sue

    Es gibt Songs, mit denen ich viele Erinnerungen verbinde. Ich höre sie und sofort sehe ich mich wieder an dem Ort, an dem ich ihn zum ersten Mal hörte oder wo etwas Bedeutendes in meinem Leben passierte, so dass er sich tief eingeprägt hat in meinem musikalischen Gedächtnis. 

    Da mich oft auch interessiert, welche Story sich hinter diesem oder jenen Song verbirgt, hat mich eine Sendung gestern Abend auf "arte" neugierig gemacht. Die Sendungen kommen übrigens immer Dienstagabend, noch bis Ende August. Wer sich dafür interessiert, sollte unter "Summer of girls" schauen ...


    In der Doku gestern konnte man erfahren, dass viele Frauen, deren Namen Titel schmückten, wie "Peggy Sue", "Donna", My Sharona", "Barbara Ann" oder "Suzanne" keinen Männerträumen entsprangen, sondern real existierende Mädchen waren. Vielleicht kennt ihr diese Songs ja auch noch, obwohl die “Donnas” von damals inzwischen in die Jahre gekommen sind. ;-)
     
    Ein paar dieser "Mädchen" bzw. Frauen haben erzählt von jener Zeit, ihren Beziehungen zu den Songschreibern und Interpreten, was damals oft ein und dieselbe Person war, was sie damals empfanden oder heute noch empfinden, wenn der Song gespielt wird, wie es überhaupt dazu kam u.v.m. Es war total interessant. Vielleicht gerade, weil es bei einigen schon so lange her ist. So schwingt in den Songs auch immer ein wenig von dem Flair und Einfluss jener Zeit mit. Ich mag diese Assoziationen sehr.
     
    Auch zu erfahren, wo und wann sich die Wege getrennt haben und was inzwischen aus ihnen geworden ist, fand ich richtig spannend.
     
    Dass sich Donna und Peggy Sue sogar kennenlernten, fand ich genauso interessant, wie die Erinnerungen der einstigen "Muse" Bruce Springsteens, als er noch jung und wild war. So kannte ich ihn gar nicht, und feststellen konnte ich auch, dass sein ganz früher Musikstil meinen Geschmack so gar nicht traf. ;-)
     
    Schön finde ich solche Dokus. Ich mag auch Film- und andere Biografien von bekannten Künstlern, deren Werke mir gefallen oder mich eben auch ganz allgemein interessieren.
     

    Waldameise 27.07.2011, 19.37 | (19/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Zeichen

    Wenn mich – noch eh der Tag beginnt -


    die Sehnsucht voll gefangen nimmt,


     dann muss ich aus dem Hause schleichen.


    Vielleicht schickt ER ja heut` ein Zeichen?

     


    Nebel umhüllt die Apfelbäume,

     

    die Nacht verpackt restliche Träume

     

    und zieht sich unbemerkt zurück.

     

    Der neue Tag, bringt er das Glück?

     


     

    Schon stimmt der erste Vogel an,

     

    sein Zwitschern steckt die andern an.

     

    Ihr Chorgesang dient vielen Zwecken.

     

    Gehört dazu das “Sonnewecken”?

     


     

    Kaum wünscht mir diese "Guten Morgen",

     

    verblassen plötzlich meine Sorgen.

     

    Es wird mir klar mit einem Mal:

     

    Die Zeichen sind ja überall!


    (c) Waldameise



     


    Waldameise 27.07.2011, 07.33 | (17/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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    Wissenschaft genügt nicht, um die Sprache der Natur zu verstehen. Für viele Menschen sind Poesie und Kunst verständliche Dolmetscher.
    Friedrich Ratzel





    In den Wäldern sind Dinge,
    über die nachzudenken

    man jahrelang
    im Moos liegen könnte.
    Kafka








    Die Erinnerung ist
    das einzige Paradies,
    aus dem man nicht
    vertrieben werden kann.
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