Waldameise
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    Gedichte und

    Geschichten
    über meine
    Begegnungen
    in der Natur ...
    herzlich willkommen!


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     Alles ist Mitteilung
     in der Natur
     Bettina von Arnim


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    In dem heiligen Schweigen, in der großartigen Ruhe der Natur liegt der höchste Trost für den, der ihre Sprache versteht.
    Fanny Lewald






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    Himmel

    Das, was sie Himmel nennen,
    liegt nicht jenseits des Grabes;
    es ist schon hier um unsere Natur verbreitet,
    und sein Licht geht in jedem reinen Herzen auf.

    (Johann Gottlieb Fichte)


    Waldameise 30.01.2010, 20.02 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Einen Monat ...

    liegt es nun zurück. Für mich ist es immer noch nicht greifbar irgendwie. Es geht einfach nicht. Du bist irgendwo unterwegs und ich warte, bis du endlich nach Hause kommst.

    Noch immer koche ich morgens zuviel Kaffee, leg die Zeitung an "deinen Platz". Noch immer ist dein Bett überzogen, liegen Bücher auf deinem Nachttisch ... die Brille, als hättest du sie eben abgenommen. Noch immer schau ich im Laden nach deinen Lieblingszeitschriften, deinem Lieblingsobst und all den Dingen, die du so mochtest ... noch immer.

    Deine Pläne ... ich kann sie nicht ablegen. Nicht im Kopf. Sie sind da und wollen erfüllt werden ... mit LEBEN.

    Draußen fällt immer noch Schnee. Als müsste er alles abdecken, damit ich es nicht sehe ... vergessen lerne, mich neu orientiere. Doch es klappt einfach nicht. Du bist noch nicht weg, nicht in meinen Gedanken, nicht in meinem Herzen und Gefühlen ... und schon gar nicht aus meinem Leben. Du gehörst noch dazu ... und du wirst es bleiben ... für IMMER ...


    Waldameise 29.01.2010, 13.05 | (10/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Abgetrennt

    Nach meinem Hilferuf kamen sie wirklich, die Engelchen .... und sie flüsterten mir zu:
    "Was immer dir noch genommen wird, wovon du dich auch noch wirst trennen müssen, ... die Erinnerungen kann dir keiner nehmen
    ."

    Das stimmt. Mein Herz und meine Seele sind voll davon ... und ein paar liegen da draußen in den Wäldern. Dort, wo ich mich schon immer sicher fühlte und all das vergessen konnte, was manche Menschen anderen antun.

    Urwaldfrieden,
    du stille, du heilige Zuflucht der Verwaisten,
    Verlassenen, Verfolgten - Weltmüden,
    du einziges Eden,
    das den Glücklosen noch geblieben!

    Peter Rosegger


    Waldameise 28.01.2010, 15.08 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Verzweiflung

    Zur Zeit geht alles schief. Ich hab so Angst, unser kleines Häuschen zu verlieren. Schatz, wenn du das liest, bitte schick irgendeinen Engel, der uns hilft. Es darf einfach nicht sein, dass alles alles umsonst war. Warum hab ich immer so lange auf dich warten müssen, warum hast du soviel schaffen müssen, wenn uns jetzt das Schicksal alles zunichte macht??? Das darf einfach nicht sein. Sind wir nicht schon hart genug bestraft? Engel ... hilf ...

    Waldameise 27.01.2010, 19.41 | (15/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Wünsche

    Wenn ich mir etwas wünschen darf, dann ist es Kraft. Nichts brauche ich grad nötiger. Sie darf noch nicht am Ende sein. Es gibt noch soviel zu tun.

    Wie oft ging es dir so, mein lieber Schatz. Von allen Seiten stürmte es auf dich ein ... Termine, Forderungen, Erwartungen, Probleme .. und immer warst du auf der Suche nach Lösungen und Entscheidungen. Doch nie hast du aufgegeben ... denn da war dieses Ziel.

    Nein, ich will auch nicht aufgeben, will kämpfen wie du ... auch wenn das Ziel nun ein anderes ist.
    Aber es ist so unendlich schwer ohne dich und manchmal weiss ich einfach nicht mehr, woher ich die Kraft nehmen soll ...

    Waldameise 25.01.2010, 20.01 | (12/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Broken Wings

    Ich hätte so gerne gewusst,

     

    wie du alt und runzlig aussiehst,

     

    wenn du mit mir auf der Bank vorm Haus sitzt

     

    und wir in unseren Erinnerungen schwelgen.

     

     

     

    Ich wär so gern noch mit dir

     

    auf unserem Motorrad durch die Landschaft gedüst,

     

    meine Arme verschlungen um deinen Bauch.

     

    Du wolltest mir noch so vieles zeigen.

     

     

     

    Ich wollte noch so viele Weihnachtskerzen

     

    mit dir anzünden und dabei Lieder singen,

     

    deine Augen leuchten sehen,

     

    während du mich im Arm hälst.

     

     

     

    Ich wollte noch so viele Sommer mit dir erleben,

     

    so viele Wiesen und Blumen blühen sehen,

     

    Gewitter und Stürme durchleben

     

    und weiße Wolken im blauen Himmel zählen.

     

     

     

    Ich wollte mit dir durch die Wälder ziehen,

     

    Meere durchschwimmen und Berge besteigen

     

    oder nur still am Wegesrand den Stimmen der Natur lauschen.

     

     

     

    Ich wollte noch soviel von dir lernen,

     

    dir noch so vieles sagen und dich noch so vieles fragen,

     

    mit dir Dinge erforschen und deinen Worten lauschen.

     

     

     

    Ich wollte alt und grau mit dir werden,

     

    deine zerfurchten Hände streicheln,


    lauter reden, wenn du mich nicht verstehst,

     

    und unsere Liebe spüren bis ans Ende UNSERER Tage …




    Waldameise 24.01.2010, 21.36 | (14/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    An manchen Tagen

    klappt das einfach nicht so gut mit dem Verdrängen. Dann kann ich machen, was ich will. Das Gefühl, seine Seele ist ganz in meiner Nähe, will sich einfach nicht einstellen. Im Gegenteil. ...
    Da scheint dieser fiese Herzstecher mit seinen scharfen Messern wieder in meinem Innern sein Unwesen zu treiben. Er quält und verletzt mich, greift sich an den Kopf und lacht mich auch noch aus. "Wo - um alles in der Welt - soll denn seine Seele sein? ... fragt er mich spöttisch, bis ich den Schmerz nicht mehr aushalte, weil mich die Frage total verunsichert  ... ach, es tut einfach so verdammt weh. Wo bist du nur?

    Er fehlt mir einfach so sehr. Ich hätte ihm doch so so vieles zu erzählen, zu fragen, zu zeigen, ... möchte ihn fest umarmen, seine Hand an meine Wange drücken ... so, wie wir es immer getan haben. Jeden Abend, wenn wir endlich zueinander fanden.
    Aber es fährt kein Auto vor ... es dreht sich kein Schlüssel im Türschloss ... nie nie wieder ...

    Heute waren wir an "unserer kleinen Halle", an der Stelle, wo sie nun bald komplett gestanden wäre. Ein Katzensprung von hier. Ein schöner Platz. Alles schien so perfekt.
    Die Sonne schien und ich konnte mir richtig vorstellen, wie du mit dem Transporter reinfährst auf das kleine Gelände ... den Anhänger voll Material.

    Es sollte nicht sein ... und ich kann den Gedanken nicht etragen.

    Waldameise 18.01.2010, 19.31 | (28/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Eiszeit

    Es wird Zeit, dass ich mich hier mal wieder zeige. Entschuldigt, dass ich euch so lange im Ungewissen gelassen habe. Danke, dass ihr euch so lieb um mich sorgt und nicht nachlasst, mir unermüdlich euer Mitgefühl zu versichern. Danke auch für alle mutmachenden und tröstenden Gedanken. Auch wenn ich in den letzten Tagen etwas still war, habe ich jedes Signal von euch empfangen und an meine Seele weitergeleitet.

    Es tut mir gut und es gibt mir Kraft, die ich in Unmengen benötige, um all die Aufgaben zu bewältigen, die sich wie riesige Eisberge vor mir auftürmen. Immer, wenn ich glaube, wieder einen abgetragen zu haben, bilden sich zwei neue, noch höhere. Aber ich werde es schaffen. Irgendwie wird es gehen, muss es gehen. Mein lieber Mann hat auch nie aufgegeben und gekämpft, als seine Kraft schon am schwinden war. Gemeinsam mit unseren Kindern und Freunden wird es gelingen.



    Heute haben wir uns eine Auszeit gegönnt. Zwischen hohen schnee- und durch Nebel reifbedeckten Bäumen sind wir gestapft. Die Luft und die Stille taten unheimlich gut. Der Wald ist immer wie ein lieber Freund für mich, der mich umfängt und beschützt. Hier fühle ich mich total geborgen. Die Natur hilft mir mehr als jedes Mittel aus dem Arzneischrank.

    Kleine Eiskristalle fielen in mein Gesicht und schmolzen in den Tränen. Und eine wunderbare Begegnung hatte ich auch. Es klingt sicher unglaubwürdig, aber ich schwöre ... es war so.
    Ich bat meinen Mann um ein Zeichen ... eine Spur im Schnee oder irgendwas. Plötzlich vernahm ich ein Rascheln im Dickicht ... und heraus sprangen drei Rehlein, ganz knapp vor mir. Mein Zeichen.



    Eiszeit

     

     Tiefgefrostet wie Eiswürfel
     liegen sie im Schrank der Erinnerungen …
     

     deine Fotos,

     Bücher,
     Zukunftspläne,
     dein Augenzwinkern
     und deine wunderbare Liebe,
     

     Werke, die deine Handschrift tragen,

     und all das,
    was eben noch
     deine warmen Hände umfassten,

    wie mein Herz.


    (C) Andrea Oberdorfer




    Danke, dass ihr hier seid !

    Waldameise 16.01.2010, 19.57 | (27/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Spuren

    Ein guter, edler Mensch, der mit uns gelebt hat,
    kann uns nicht genommen werden;
    er läßt eine leuchtende Spur zurück gleich jenen erloschenen Sternen,
    deren Bild noch nach Jahrhunderten die Erdenbewohner sehen.

    (Thomas Carlyle)



    Ich bin heute durch den kalten Winterwald gestapft. Die großen, starken Bäume haben mich an dich erinnert. Ihnen schien die Schneelast nichts auszumachen. Stolz streckten sie ihre schneebedeckten Äste in den Himmel. Wir haben uns über dich unterhalten. Und plötzlich führte mich mein Weg zu diesem kleinen Ort.
    Hast du mich zu ihm geführt?

    Waldameise 09.01.2010, 17.43 | (49/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Veränderungen

    Dass sich innerhalb kurzer Zeit alles total ändern kann, ist in den Momenten, da die eigene kleine Welt scheinbar in Ordnung ist, einfach unvorstellbar.

    Jeder weiss, dass Dinge eintreten können, die das Leben von heute auf morgen verändern. Jeder weiss das, ja, auch mir war das bewusst. Und nicht selten haben wir darüber gesprochen. Wie oft nahmen wir Schicksalschläge anderer Menschen zum Anlass, um intensiver über dieses Thema zu diskutieren.

    ... "Was ist, wenn uns das eines Tages passiert?" ... "Was würdest du machen ... wie reagieren?" ... etc.

    Ganz gleich, welche Situation wir uns auch versuchten vorzustellen ... es war einfach unmöglich, dann  v o r zufühlen, was man dabei empfinden würde. Es geht einfach nicht.

    Mit dieser Erkenntnis ging es weiter im Text ... bis ... ja, bis das Schicksal wirklich zuschlug.

    Heute Nachmittag hab ich ein wenig geschlafen. Als ich erwachte, war es stockdunkel und ich hatte das Gefühl, es sei schon mitten in der Nacht. Der Blick an die Uhr sagte mir, dass ich noch vor einem halben Jahr zu dieser Zeit noch im Geschäft war ... in meiner kleinen Geschäftsstelle, die nun schon seit einem halben Jahr geschlossen ist.
    Alles verändert sich ...

    Ob auch dieser wahnsinnige Schmerz je nachlassen wird?

    Waldameise 08.01.2010, 19.37 | (16/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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    Wissenschaft genügt nicht, um die Sprache der Natur zu verstehen. Für viele Menschen sind Poesie und Kunst verständliche Dolmetscher.
    Friedrich Ratzel





    In den Wäldern sind Dinge,
    über die nachzudenken

    man jahrelang
    im Moos liegen könnte.
    Kafka








    Die Erinnerung ist
    das einzige Paradies,
    aus dem man nicht
    vertrieben werden kann.
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