Waldameise
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     Alles ist Mitteilung
     in der Natur
     Bettina von Arnim


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    In dem heiligen Schweigen, in der großartigen Ruhe der Natur liegt der höchste Trost für den, der ihre Sprache versteht.
    Fanny Lewald






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    Es beginnt mit einem scheinbar harmlosen Kratzen im Hals und einem leichten Reiz. Dem Reiz, husten zu müssen. Dann immer öfter, bis ich reizbar werde, weil ich ständig husten muss, obwohl ich das nicht will. Bald darauf juckt die Nase und langsam spürt man, wie sich ein Tropfen an den Naseneingang schiebt, um sich in die Tiefe zu stürzen. Doch dabei bleibt es nicht, zwischen sich häufenden Husten- und Niesanfällen und dem Gefühl, der Brustkorb will zum Hals raus, läuft die Nase wie eine undichter Wasserhahn ...
    Kennt ihr das? Ich sag, schreib und lebe das Wort ja nicht gern, aber in diesem Fall kann ich gar nicht anders ... es drängt heraus: Ich HASSE es! Schuld ist mein Kollege, der mir gegenübersitzt und seine Viren weitergereicht hat. Aber auch im Bus ist man derzeit so allerhand Gefahren ausgesetzt. Aber genug von dem Thema, sonst steckt ihr euch schon beim Lesen an.



    Mit Nasenstöpsel und Zwiebellook sitze ich am Rechner, um euch wenigstens die versprochenen weiteren Fotos von unserer Nebelwanderung zu zeigen.
    Am Eingang dieses Waldes hing sogar ein Schild am Baum "Vorsicht wegen Rutschgefahr". Sowas hab ich noch nie gesehen, aber es war schon berechtigt. Allerdings hätte dann auch ein Schild "Vorsicht, Stolperwurzeln" hingehört.



    Wieder so eine Stelle, an der man es knacken und kichern hörte ...



    Auch in den Wipfeln hörte man es rascheln und flüstern. Man musste aber ganz ganz leise sein.



    Ich glaube, die kleinen Waldgeister, die in den Bäumen leben, hatten auch Schnupfen, denn überall tropfte es sanft von den Blättern. Daher wohl auch die Rutschgefahr.



    An dieser Stelle war es besonders unheimlich. Mir war nämlich, als würde mir ständig jemand hinterher laufen. Aber sobald ich mich umdrehte, war niemand zu sehen und das Rascheln hörte auch auf. Kaum, dass ich weiterging, hörte ich eindeutig Schritte im raschelnden Laub ... sehr sehr gruslig sag ich euch ... huuh.



    Heute hab ich meinen lieben Besuchern viel abverlangt. Ganz lieben Dank allen, die sich die Zeit genommen haben für meine Gedanken und Fotos.
    Dafür mache ich nun eine kleine Pause. Nicht für lange, ein paar Tage halt. Es gibt soviel zu tun, dass der Rechner einfach mal aus bleiben muss. Mal sehen, wie lange ich durchhalte. ;-)
    Passt auf euch auf ... bis bald :-)

    Waldameise 13.10.2010, 19.25 | (34/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Nebulöses

    War euer Wochenende vernebelt oder hattet ihr das Glück, euch unter lückenlos blauem Himmel bewegen zu können?
    Hier war schon die ganze Woche alles nebelverdichtet. Das sind wir gewohnt um diese Jahreszeit, da wir in Flussnähne wohnen. Deshalb hatten wir beschlossen, uns wenigstens einen ungetrübten schönen Herbsttag zu gönnen, so lange die Blätter noch schön bunt sind und wenigstens noch zum Teil an den Bäumen hängen. Wie hätten wir ahnen können, dass es ausgerechnet dieses Mal genau umgedreht sein würde?



    Nebelbank

    Von dieser Bank aus sollte man einen wunderbaren Blick auf die Bergkette und den Alpsee  (bei Immenstadt) haben. Ich glaube nicht, dass wir in dem Fall eine freie Bank vorgefunden hätten.
    Dennoch fand ich unsere Wanderung ganz wunderbar. Schon lange wollte ich mal die Nebelstimmung im Wald einfangen. Diese Möglichkeit war reichlich gegeben ;-)



    Sagt doch selbst, ist das nicht fast schon mystisch? Ich hörte Elfen und Waldmännchen in den leeren Heidelbeersträuchern kichern. Ihr könnt es mir glauben ... ;-)



    Und ab und an schaffte es ein Sonnenstrahl sogar, zu uns durchzudringen. Im Lauf der Woche zeige ich gern noch mehr Fotos. Hab noch ein paar interessante.



    Man muss ja das Pulver nicht mit einem Mal verschießen. Zwei vom Gipfel zeige ich euch aber noch ...



    ... das zumindest die gegenüberliegende Bergkette ahnen liess.

    Hier sieht man es noch ein wenig besser ...



    Die kommende Woche soll es nun recht frisch werden. Es war vielleicht die einzige Chance dieses Jahr, den goldenen Oktober bei einer Wanderung zu genießen. Schade, dass es etwas anders kam. Ich finde jedenfalls, dass es sich dennoch gelohnt hat. Die Atmosphäre fand ich einmalig schön.

    Und genauso schön soll sich für euch die kommende Woche gestalten.
    Das wünsche ich euch allen von Herzen. Bis bald. :-)

    Waldameise 10.10.2010, 21.46 | (26/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Fast schon unheimlich,

    wie schnell dieses Jahr die Bäume ihre Blätter verlieren. Manche trennen sich von ihnen, kaum, dass sich diese verfärbt haben. Ich glaube, so hab ich es noch nie erlebt.
    Leider schafft es auch die Sonne nicht mehr, sich durch die dicke Nebelschicht hindurchzukämpfen. Ich hoffe sehr, dass sie sich am Wochenende nochmal ins Zeug legt und etwas mehr anstrengt



    Danke für eure lieben Kommentare. Ja, die Italiener waren wirklich klein, wie Sophia Petrillo. Mindestens 1,5 Köpfe kleiner als ich. Und ich bin selbst nur 1,62 groß oder klein.

    Wieder liegt eine Arbeitswoche hinter uns und ich habe das Gefühl, wir gehen mit Riesenschritten der dunklen Jahreszeit entgegen. Diese düstere Stimmung sorgt dafür, dass ich meinen Mann noch schmerzlicher vermisse. Es ist nun bald 10 Monate her, aber ein Teil in mir will es immer noch nicht wahrhaben, dass er nicht mehr wiederkommt. Immer habe ich das Gefühl, er ist noch irgendwo da draußen ... und wird eines Tages zurückkommen. Ich weiß, dass es nicht so ist, und doch empfinde ich es so. Schwierig zu erklären ...



    Eines macht es mir ein wenig leichter. Mir fallen Entscheidungen nicht mehr so schwer, weil ich ganz genau spüre, was er gewollt hätte, was er sagen würde.  Es ist , als hätte ich seine Stimme in meinem Ohr. Und manchmal passieren sogar Dinge - nichts großartiges, halt irgendwelche , manchmal kaum wahrnehmbare Vorfälle oder Ereignisse - da meine ich, er hätte seine Finger im Spiel. Ja, manchmal gelingt mir das, dies im Herzen so zu fühlen. Haltet mich ruhig für verrückt ... ich finde es schön, wenn es so ist.

    Ich wünsche euch allen ein herbstfrohes und -buntes Wochenende!

    Waldameise 08.10.2010, 19.45 | (11/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Kleine Italiener

    Beim Heimweg durch die City hatte ich wieder einmal eine nette Begegnung, von der ich euch erzählen möchte. Normalerweise bin ich immer ziemlich damit beschäftigt, zur Seite zu springen, damit ich nicht überrannt werde. Ab und an schaue ich in ein Schaufenster, in der Hoffnung, mein Spiegelbild zu erkennen. Denn manchmal habe ich echt das Gefühl, ich bin unsichtbar, so dass die Leute glauben, sie könnten durch mich hindurch laufen. Aber noch bin ich aus Fleisch und Blut und geistere nicht durch die Einkaufsstraße.


    (Fotos aus meinem Archiv)

    Heute allerdings fiel mir vor dem Münster eine Gruppe von kleinen Menschen auf, die sich an- und aufgeregt unterhielten und fasziniert auf das imposante Bauwerk schauten.
    Ich zügelte meinen schnellen Schritt, um ein wenig zu hören, was sie so sehr begeisterte, und stellte fest, dass es sich wohl um eine Gruppe italienischer Touristen handelt.

    Obwohl ich kein Italienisch kann, war es schön, ihnen eine Weile zuzuhören. Während andere Menschen durch die Gassen hasteten, ohne auch nur einen Blick auf ein Bauwerk zu lenken, waren die kleinen Italiener offensichtlich voller Glück, diese fremde Stadt kennenlernen zu dürfen.



    Ich nahm mir Zeit, um einen Augenblick dort zu verweilen und all das Vertraute und Bekannte mit dem Blick eines Besuchers zu betrachten.

    Ich muss euch sagen ... es war richtig schön. Bekanntermaßen wusste ja schon Goethe, dass das Gute so nah liegt. Und er hat ja so recht damit.

    Wann seid ihr das letzte Mal durch eure Heimatstadt gebummelt? Versucht es doch mal ... vielleicht gelingt es euch auch, einmal alles mit anderen Augen zu sehen, als würdet ihr all die schönen Gebäude mit ihren Verzierungen und besonderen Merkmalen oder all die schönen Plätze zum ersten Mal sehen. Ihr werdet überrascht sein, wieviel es noch zu entdecken gibt.


    (Abendspaziergang an der Donau (oder war es morgens?)  - aus meinem Archiv)

    Waldameise 07.10.2010, 17.39 | (18/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Herbstlaubiges

    Heute hab ich mal einen gemischten Eintrag für euch. So bunt, wie gefallenes Herbstlaub.
    Gestern kam ich nämlich nicht mehr dazu, von meinem kleinen Sonntagsspaziergang zu erzählen und inzwischen gibt es auch noch andres zu berichten.
    Es geht mir leider nicht so gut, hab schon die ganze Zeit mit Migräne zu kämpfen. Sie quält und schlaucht mich, lässt mal ab, um gleich danach noch heftiger aufzutreten. Das hat die Welt wirklich nicht gebraucht. Und ich auch nicht.

    Aber wenn ich die Wetterkarte so betrachte, fällt mir dieses kreisende Wettergebiet auf, das da von Frankreich auf uns zukommt oder rollt. Das könnte dafür verantwortlich sein. Wie ich gelesen habe, geht es einigen von euch auch so. Ich sende mal ein "Gute Besserung" in die Runde.
    Apropos "Frankreich". Wer dieses Land mit seinen mitunter sehr nonkomformistischen Leuten mag, der wird sich köstlich über den Film "Willkommen bei den Sch`tis" amüsieren. Ich fand ihn nicht nur äußerst lustig, sondern auch richtig liebenswürdig und charmant, wie man die Franzosen und ihre Filme auch kennt.



    Gestern wollte ich das Tigerle im Garten fotografieren. Er lag so friedlich zwischen dem Herbstlaub - das musste ich festhalten.
    Ganz leise wollte ich in seine Nähe schleichen, jedoch nicht beachtend, dass auf dem Weg inzwischen viel welkes Laub gefallen war. Es kam, wie es kommen musste ... ich trat auf so ein dürres Blatt und es knackte ordentlich. Das Tigerle stand sofort parat ... und spitzte, ob sich ein Feind nähert. Dabei ist dieses Foto entstanden.

    Auf unserem kleinen Rundgang gestern zwischen Wald und Donau kamen wir an einem sehr sonnigen Waldrand vorbei. Wir staunten nicht schlecht, als uns dort plötzlich Schwärme von Marienkäfern regelrecht anflogen. Sie setzten sich überall hin, selbst ins Gesicht und auf den Kopf.
    Von jeder typischen Farbe etwas ... rote mit schwarzen Punkte, schwarze mit roten, ohne Punkte, kleine und dicke Punkte ... es war fast unheimlich. Erst, als wir wieder im Schatten waren, hoben sie - vermutlich leicht brüskiert - wieder ab.



    Bedanken möchte ich mich wieder ganz herzlich für eure lieben Zeilen, die ihr mir immer so nett hinterlasst. Es freut mich sehr, wenn euch meine kleinen Gedichte und Fotos gefallen. Es ist schön, beim Nachhausekommen zu entdecken, wieviel lieber Besuch inzwischen da war.
    Vielen lieben Dank euch allen. In den nächsten Tagen komme ich wieder bei euch vorbei. Und damit bin ich bei meinem letzten Blatt für heute angekommen ... eine schöne Woche wünsche ich euch !!!



    Waldameise 04.10.2010, 19.51 | (24/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Zeichenwettbewerb

    Dem Garten geh`n die Farben aus,

    da holt der Herbst den Pinsel raus

    und malt ein Aquarell.


     Er fühlt als großer Meister sich,

    rühmt einen jeden Pinselstrich.

    Seht her, sensationell.


     Doch vor der Mauer, ganz beschützt,

    ein letztes Sommerblümchen sitzt

    mit Farben leuchtend hell.


     Da staunst du, kühner Malersmann,

    dass auch „der vor dir“ zeichnen kann.

    Du bist einfach zu schnell.


    (c) Waldameise




    Ja, sie blühen noch immer, während der Ahorn schon viele Blätter verliert,

    kaum, dass sie sich verfärbt haben. 

    Der Herbst scheint es irgendwie eilig zu haben. Passt sich eben der heutigen Zeit an. ;-)

    Waldameise 02.10.2010, 23.27 | (16/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Kaffeefahrt

    Wenn man jeden Tag mit dem Bus in die Stadt und wieder zurückfahren muss, lernt man die unterschiedlichsten Düfte kennen. Im engen Raum mischen sich Eau de Collogne und Parfüm in den unterschiedlichsten Preiskategorien. Auch unangenehme Düfte bleiben nicht aus, aber die möchte ich jetzt nicht näher erläutern.

    An einem Tag in der Woche durchzieht den Bus jedoch ein Duft mit einer absolut dominanten Note. Der übertrifft selbst die Fahnen und Fähnchen der Leute, die ihre Arbeitswoche mit einem Gläschen Bier oder Wein besiegeln.

    Jeden Freitagnachmittag umschwebt ein einzigartiger Duft verlockend meine Nase, ein Duft, der mir jedesmal suggeriert: Jetzt beginnt das Wochenende.

    Heute entströmte auch meiner Tasche dieser verführerische Duft ... von frisch gemahlenem Kaffee ... hmmmmmm.

    Bevor ich gleich mal eine Tasse aufsetze, wünsche ich auch euch ein kaffeebohnenfrisches und herbstfreundliches Wochenende.




    Das bunte Herbstlaub!
    Es dichtet wohl?
    Aufgespeicherte Sonne.
    Darunter Stimmenrausch des Abschieds.

    Peter Hille
    Dichter, Aphoristiker und mystischer Träumer


    Waldameise 01.10.2010, 16.13 | (22/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Auch ein freier Tag ...

    vergeht wahnsinnig schnell. Kein Wunder, wenn man immer zwischen PC, Waschkeller und Küche umeinand springt. Jetzt schreibe ich noch diese Zeilen und dann geht es wieder in die Küche. Dort warten Hörnchennudeln, Joghurt, Sahne, eine grüne Gurke, eine rote Paprika, eine kleine Dose Mais, eine Zwiebel, Essig, ein paar Gewürze und ein halber Ring Fleischwurst darauf, zu einem Nudelsalat verarbeitet zu werden.



    Hier hab ich bei unserem Spaziergang am Sonntag das kleine Dörfchen ein wenig rangezoomt. Ich liebe solche Landstriche ... diese Ferne ... Weite, sie tut mir einfach gut, schenkt mir Luft zum atmen, die mir im Alltag manchmal genommen wird.

    Ganz erstaunt war ich, als ich dieses Häuschen am Ortsrand entdeckte. Wie man sehen kann, scheint es seit Jahren nicht bewohnt. Es war ringsherum eingesponnen, was man hier nicht so gut sehen kann. Auch vor der Haustür lag Müll und dem Garten sah man es auch an.



    Und doch schien alles vor nicht allzu langer Zeit restauriert worden zu sein. Die schönen Fenster mit ihren hübschen Fensterläden wirkten noch nicht alt. An dem einen Fenster hing ein Vogelhäuschen und die Scheiben schienen alle unbeschädigt. Und doch erkannte man gleich, dass hier schon lange niemand mehr wohnt. Welch Schicksal mag sich dahinter verbergen? Es ist nicht das einzige unbewohnte Haus, bei dem ich mir diese Frage gestellt habe. Bei unseren Wanderungen sind wir schon an vielen solchen Häusern oder gar Villen vorbeigekommen ...



    wie auch bei dieser hier. Sowas weckt meine Neugier. Ich wüsste zu gern, wer einst in diesem Haus lebte und warum es heute so verwaist steht. Ich weiß, oft stecken Erbstreitigkeiten dahinter, was ich besonders traurig finde.



    Aber es sind sicher auch jene Orte, die Schriftsteller zu ihren Romanen inspirieren.
    In dem Zusammenhang fällt mir ein Roman von Charles Dickens ein ... "Große Erwartungen", der auch mehrmals verfilmt wurde. Einen von den Filmen, der aus den 70ern, habe ich gesehen. Ich weiß noch, wie schwer er mich beeindruckt hat.
    U.a. auch wegen dieser Miss Havisham, die in ihrer Wohnung oder einem Zimmer über Jahre nichts veränderte. Ich glaube, weil ihr Bräutigam zur Hochzeit fernblieb. Leider weiß ich es nicht mehr so genau. So liess sie alles genauso stehen, wie an jenem "verhängnisvollen" Tag ... ;-)

    Heute komm ich mir ein wenig wie eine Märchentante vor, aber das sind so Sachen, die finde ich einfach faszinierend. Aber nun muss ich eiligst zu meinen Hörnchennudeln ...

    Alles Liebe für euch ... bis bald :-)

    Waldameise 29.09.2010, 16.22 | (15/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Selbstgespräch

    Du denkst zuviel an gestern. So sehr du dich auch danach sehnst, du wirst nie wieder Kind sein ... wirst niemals wieder im Garten deiner Großmutter spielen und dabei die Welt um dich herum vergessen. Du wirst nie wieder den Kopf so frei haben, wie damals, als so viele märchenhafte Gedanken deinen Tag begleiteten ... als du zu den weißen Wattewolken fliegen konntest, ein kleines graulockiges Foxl hattest und auf dem nächtlichen Nachhauseweg vom Schwimmtraining mit dem Himmel in Verbindung standest, damit er - der Mann im Mond - dich beschütze.

    Du denkst zuviel an morgen. Du denkst zuviel "Was wird sein, wenn ... ?"
    Du hast weder große noch kleinere Erwartungen, nur Ängste, viel zu viele Ängste ... und an guten Tagen vielleicht auch ein wenig Hoffnung.
    Du denkst zuviel "Was hätte sein können, wenn ... ?" Dein Mann wird nicht wiederkommen, niemals mehr. Aber er hat dir soviel zurückgelassen ... wo du auch hinschaust, überall sind seine Spuren. Und ich hör ihn zu dir sagen ...

    Denk nicht soviel an gestern und morgen. Lebe ... HEUTE.

    Waldameise 28.09.2010, 16.58 | (17/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Wie jeden Montagmorgen ...

    wollte ich gar nicht aus dem Bett. Mein Körper ist meistens zu der Zeit noch komplett im Außendienst. Heute war es besonders schlimm, nichtmal meine große himmelblaue Tasse mit den weißen Punkten und der vielversprechenden und sonst so wirkungsvollen Füllung konnte daran was ändern. Auch meine Halswirbelsäule schien nicht ganz auf der Höhe und musste mich mal wieder daran erinnern, dass sie in ihrer Ausführung eben doch so ihre Schwachstellen hat.

    Was solls ... trotzdem hat es irgendwie funktioniert und schon geht der erste Tag der Woche in seinen Feierabend. Und so, wie sich der Nebel endlich lichtete, wurde es inzwischen auch in meinem Köpfchen wieder klarer.

    Gestaunt hab ich heute, was der Busfahrer zu berichten hatte. Da er auch die unzähligen Schüler nicht an der Haltestelle stehen lässt, sondern pünktlich zur Schule bringt, kommt es öfter vor, dass irgendwelche Utensilien auf den Sitzen vergessen werden. So brachte auch heute eine Frau eine Jacke zum Busfahrer.
    "Eine mehr in unserem großen Fundböro" meinte daraufhin dieser und erzählte, dass von all den Dingen, die zurückgelassen werden, kaum etwas abgeholt wird. Das einzige, was sofort gesucht würde, wären die Handys.

    Was soll ich sagen ... schade um die schöne Jacke.






    Waldameise 27.09.2010, 15.58 | (14/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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    Wissenschaft genügt nicht, um die Sprache der Natur zu verstehen. Für viele Menschen sind Poesie und Kunst verständliche Dolmetscher.
    Friedrich Ratzel





    In den Wäldern sind Dinge,
    über die nachzudenken

    man jahrelang
    im Moos liegen könnte.
    Kafka








    Die Erinnerung ist
    das einzige Paradies,
    aus dem man nicht
    vertrieben werden kann.
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