Waldameise
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     Alles ist Mitteilung
     in der Natur
     Bettina von Arnim


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    In dem heiligen Schweigen, in der großartigen Ruhe der Natur liegt der höchste Trost für den, der ihre Sprache versteht.
    Fanny Lewald






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    Thema: Gelebtes

    Das Jahr ...

    ist nun ein alter Mann,
    der nicht mehr richtig laufen kann.

    Auch wirkt sein Blick etwas gequält,
    denn seine Stunden sind gezählt.

    Das neue ist noch gar nicht schwer,
    kommt noch auf allen Vier`n daher.

    Doch bald wird es auch aufrecht gehen.
    Was es uns bringt, werden wir sehen.


    (c) Waldameise



    Ganz lieben Dank für eure freundlichen und lieben Weihnachtswünsche, über die ich mich sehr gefreut habe. Leider konnte ich nicht bei euch vorbeischauen in jenen Tagen.
    Die Zeit in der alten Heimat war sehr schön. Erinnerungen austauschen, alte Fotos und Filme anschauen, welche Zeit könnte passender sein. Wie bescheiden wir damals vor ca. 50 Jahren das Fest feierten. Und doch war alles so heimelig  und friedvoll, wie wir es uns Jahr für Jahr wieder wünschen, und die Augen leuchteten beim Anblick des kleinen dürren Weihnachtsbäumchens, als hätte man noch nie Wundervolleres gesehen. Mir fehlt diese Ruhe und Bescheidenheit von damals. In vielerlei Hinsicht. Den Fortschritt kann man nicht aufhalten, man profitiert ja auch schließlich davon. Aber was heute so abgeht und rings herum passiert, das ist schon sehr erschreckend. Wie kann man sich dem entziehen?

    Und nein, ich bilde mir das alles nicht ein, denn ich habe noch von keinem gehört, der das nicht so empfindet. Heute hat man das Gefühl, all diese Feierlichkeiten, die uns das Jahr schenkt, laufen mal eben so mit. Die Werbung sorgt dafür, dass wir, noch ehe ein Fest gefeiert wird, uns schon aufs neue "freuen" können. Und so jagt im ganzen Leben ein Termin den nächsten. Und manchmal vergessen wir bei diesem ruhelosen Kreislauf zu leben. Das Leben.



    Das liest sich wie die Neujahrsansprache der Waldameise ... lach. Aber es ist von Zeit zu Zeit wichtig, in sich zu gehen und einmal ganz genau zuzuhören, was euch die Stimme im Innern sagen will.

    Ich wünsche euch für das neue Jahr viel Kraft und Gespür, eure Energie in die richtigen Dinge zu investieren, viel Glück in jederlei Hinsicht und vorallem Gesundheit, die dazu so notwendig ist.

    Alles Liebe wünscht euch

    eure Waldameise.


    Man sagt, heute sei Neujahr. Punkt 24 Uhr sei die Grenze zwischen dem alten und dem neuen Jahr. Aber so einfach ist das nicht. Ob ein Jahr neu wird, liegt nicht am Kalender, nicht an der Uhr.
    Ob ein Jahr neu wird, liegt an uns. Ob wir es neu machen, ob wir neu anfangen zu denken, ob wir neu anfangen zu sprechen, ob wir neu anfangen zu leben.

    Johann Wilhelm Wilms
    (deutscher Komponist und Musiklehrer)




    Waldameise 31.12.2011, 11.53 | (25/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Auslosung

    Geht es euch auch so? Manchmal hab ich das Gefühl, ich kann meine Gedanken nicht mehr sortieren. Leise, nachdenkliche Waldameisen haben so ihre Probleme mit der Reizüberflutung durch die Unmengen an Informationen, Bildern, Nachrichten, Begegnungen etc., die auf sie einstürmen.

    Wie in einer Lostrommel fliegen die Merkzettel durch meinen Kopf, auf denen steht, an was ich noch denken, was ich noch beachten, organisieren und notieren sollte.

    Wie oft musste ich schon entsetzt feststellen, dass es ein Trugschluss ist, zu glauben, für alles noch Zeit zu haben, wenn Termine erst in "ein paar Wochen" sind. Pustekuchen, denn alles, was man in die "Hatnochzeit-Schublade" steckt, kommt dort ganz schnell wieder rausgeflutscht und klopft penetrant an die Gehirnwand.

    Eben mal vergessen, schon ist es wieder präsent. Und dann versuch ich mich im Sortieren und Trennen zwischen dem, was keinen Aufschub mehr duldet, und dem, was sofort getan werden muss. Jaaa, ist Beides das Gleiche ... das ist ja mein Problem. Und sicher nicht nur meins, stimmt`s?

    Jedenfalls stand heute auf einem Merkzettel, dass schon der 2. Advent vor der Tür steht. Den Zettel, auf dem steht, was ich am Wochenende kochen und welche Zutaten ich dafür einkaufen muss, den such ich noch. Ich sag ja, ich tu` mich schwer beim Sortieren ... seufz.

    Ich hoffe, dass ihr die richtigen Zettel aus der Lostrommel zieht und wünsche euch ein gemütliches, sanftes, kerzenlichtschimmriges 2. Adventswochenende ...


    Einstimmen möchte ich euch mit meinem Lieblingsstück aus Peter Tschaikowskys Nussknacker Suite. Wer es hören mag, bitte HIER klicken.


    Waldameise 02.12.2011, 18.25 | (17/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Raschelzeiten

    Da bin ich wieder. Die Waldameise traut sich ans Licht. Nach einer arbeits- und nebelreichen Woche hat es uns in die Sonne gedrängt. Alles andere wurde verschoben. Das kann man lernen. Miterleben zu müssen, wie schnell es vorbei sein kann, öffnet dir die Augen. Ich hör ihn sagen ... "du weißt, ich dachte, ich hätte mehrere Leben, aber man hat nur dieses eine ... zumindest hier auf Erden". Er kommt nicht wieder ... nur jede Nacht in meinen Träumen, da ist er so real, so lebendig. Dann möchte ich ihn nie wieder loslassen, aber jeder Morgen beginnt mit dem Bewusstsein, dass ...

    Hallo, Waldameise, wo bist du? Du wolltest etwas Schönes erzählen ...
    Nun muss ich für ihn mit leben ... und irgendwie ist da oft dieses Gefühl, wie in "Ghost", ... ich treffe auf Menschen, die ich nicht kenne, noch nie gesehen habe, und doch glaube ich, im Blickwinkel ihn zu sehen. Schlüpft er in andere Körper, um mir/uns nah zu sein? Wer weiß?
    Wenn die Tage immer kürzer, dunkler und schwerer werden, helfen mir diese Gedankenfäden. Ich muss die gar nicht weiterspinnen, mich einfach in ihnen einwickeln, in das Gefühl ... er ist bei mir.

    Waldameise!!! Ja, ich bin ja schon da ... und werde ein wenig von jenem Tag berichten, der mich schweben liess. War das schön.
    Erst tageweise dichter Nebel, kein Sonnenstrahl. Im Regionalsender die Meldung, Richtung Schwarzwald sei schönstes Herbstwetter ... blauer Himmel ... goldener Oktober.
    Vielleicht die letzte Gelegenheit, die Natur so erleben und spüren zu dürfen. Also ab gehts ...



    ... raus aus dem Nebel ...

    Richtung Sonne  ...



    Ich genieße solche Tage, wenn keinerlei Bewegungen im Wald verborgen bleiben, weil unter jedem Schritt das welke Laub raschelt und knackt. Selbst ein leichtfüßiges Mäuschen kann sich nicht so leicht verstecken. Man muss nur ein Weilchen still halten, dann kann man sie durchs Laub huschen sehen. Ein ängstlicher Blick aus winzigen braunen Mäuseaugen und husch ist sie in ihrem Mäuseloch verschwunden.



    Ich liebe diese Raschelzeiten, wenn das Laub zur Erde fällt und dort seinen knisternden Teppich knüpft. Besonders schön ist es, wenn die Blätter von ganz hohen Bäumen sanft hinabgleiten, dann kann man sie ein Weilchen bei ihrem Flug beobachten ... wie kleine Zettel mit Liebesbotschaften des Baumes. Mag sein, dass hier die Phantasie mit mir durchgeht ... ;-)



    Der Wald ist meine Zwischenwelt. Wer in einer Stadt arbeitet und mit öffentlilchen Verkehrsmitteln fahren muss, kann sich vorstellen, warum ich das so empfinde. Zumal ich in der Stadt manchmal das Gefühl habe, unsichtbar zu sein. Die Menschen hasten mit leeren Blicken, schimpfen in ihre Handys und vergessen dabei oft, dass sie nicht allein sind. Dabei gab es Zeiten, da freute ich mich, wenn es hieß, heute machen wir einen Stadtbummel. Ich finde es so schade, denn die Stadt hat auch ihre schönen Seiten und Plätze. Daran liegt es gewiss nicht ...



    Als Waldameise fühle ich mich wohler. Mich in meinem Haufen verkriechen zu können, ist sehr beruhigend. Im warmen Sonnenlicht zwischen meinen Freunden, den Bäumen, zu wandeln, ist wohltuend. Wie die streichelnde Hand, die mir so fehlt.

    Schaut mal, hier hat sich eine im Baum verkrochen ...




    ... oder ist es einer? Jedenfalls war ihr/ihm wohl auch alles etwas über den Kopf gewachsen. ;-)



    Und der hier arbeitet vermutlich in geheimer Waldmission. Plötzlich stand er mitten im Wege.

    Eine besonders schöne Aussicht bot sich an diesem Aussichtspunkt. Blick auf die Burg Hohenzollern. Und den Nebel in der Ferne kann man auch leicht erkennen ...



    Hier stand ein Bänkchen. Einladend. Kaum sitzt du darauf, schon schwebst du davon, atmest durch, ganz ganz tief. Genießt Wärme, Farben und die Weite ... die Ferne. Das laute Leben da unten im Tal ... soweit weg von dir. Seufz. Es war irre schön, was nicht wundert, weil der Berg Irrenberg heißt, den wir umwanderten.



    Dafür, dass ich schon ein Weilchen nicht mehr in Erscheinung getreten bin, gabs heute etwas mehr zu sehen und lesen hier. Mal wieder ein winziger Blick in mein Herz. Mir war danach.
    Ich hoffe, ihr versteht mich ... meinen Kummer und meine Freuden. Meine Waldameise.

    Danken möchte ich für all eure lieben Kommentare. In der kommenden Woche werde ich ganz sicher auch wiedermal eine Blogrunde drehen können. Ich freu mich schon auf unser Wiederlesen ...



    Bis dahin wünsche ich euch noch viele schöne Herbsttage. Der goldene Oktober geht ja nun zuende, aber vielleicht greift auch der November zu leichteren Zigaretten und qualmt uns hier nicht zu sehr ein. Und wenn doch, machen wir es uns daheim gemütlich.

    Doch heute danke ich dem lieben Malersmann für seine gute Arbeit ...



    ... bis bald, eure Waldameise! :-)

    Waldameise 30.10.2011, 17.29 | (886/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Letztes Jahr ...

    war es der 22. November, an dem hier die ersten Flocken tanzten. Ich hoffe, es hat nichts weiter zu bedeuten, dass es in diesem Jahr heute schon geschah, wo doch grad die Primeln so schön blühen ...




    Waldameise 19.10.2011, 21.55 | (19/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Drei Herbsttage

    ... die sich irgendwie wohliger anfühlten wie der unstete Sommer. Man könnte auch sagen, drei Herbsttage, die sich wie Sommerurlaub anfühlten. Wochenlang hatte ich mit Kopfschmerzen zu kämpfen und plötzlich waren sie wie weggeblasen. Das ist offensichtlich die Wetterlage, die mein Körper braucht. Eurer auch?



    Wenn nicht der Körper, dann aber mit Sicherheit die Seele. Solche Tage ersetzen einen Arztbesuch oder den Griff zur Tablette. Einmal eine dicke alte Eiche oder Buche umarmt und schon klopft mein Herz gleichmäßig.



    Ich liebe diese knorrigen alten Bäume, die soviel zu erzählen haben. Setzt euch einfach mal unter sie und lehnt euch an ihre warme Rinde. Es tut so gut, den Geschichten der Äste und Zweige zu lauschen. Ab und an fällt eine Eichel oder Buchecker frech auf euren Kopf, dann könnt ihr richtig beobachten, wie sich die Blätter vor Lachen schütteln. Deshalb fallen derzeit auch so viele zu Boden.



    Die Stunden an solchen Tagen vergehen leider viel zu schnell. Deshalb halte ich fest, was ich greifen kann, sammle Eindrücke in einem Körbchen und verstau sie ganz tief in meinem Herzen. Auch für meinen Schatz.



    Auch für euch natürlich und all die Menschen, denen es nicht vergönnt ist, den Spuren der Natur zu folgen und sie in sich aufzunehmen.



    Erst wollte ich meine Fotos für sich sprechen lassen, aber all diese Augenblicke waren so schön, da kann ich meine Klappe einfach nicht halten.



    Die Luft war sehr diesig, wie ihr sehen könnt. Aber das hatte seinen ganz eigenen Reiz. Insgesamt sind wir ca. 30 km gewandert. Ganz in der Nähe, auf der Alb und im Allgäu. Überall sah man Menschen wie die Lemminge durch die Landschaft radeln und wandern. Und doch hat es sich gut verteilt. Wir entdeckten Stellen, an denen wir glaubten, jeden Moment müsse uns ein Einhorn den Waldweg entgegen laufen. Mehr darüber demnächst ... :-)

    Waldameise 03.10.2011, 18.29 | (19/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Waldgeflüster

    War das ein Einstand !!! Wow !!! Das hat sich der junge Herbst wahrlich was kosten lassen. Soviel Sonne, blauer Himmel, Temperaturen wie im Sommer und diese unvergleichlichen Gerüche und Farben. Das war eine Willkommensparty so ganz nach meinem Sinn. Dankeschön ...



    Bleibt nur zu hoffen, dass er sein Pulver nicht gleich zu Beginn verschießt und ihm nicht so schnell die Luft ausgeht. Sein spätsommerliches Make-up steht ihm jedenfalls sehr gut ...



    Was mir auffiel ... dass die Vögel im Wald wie im Frühling zwitscherten und sangen. Sie schienen so aufgeregt und ich meinte, wieder einzelne Worte zu verstehen.



    Einer fiel mir besonders auf. Er saß ganz weit oben in einer Tanne. Leider konnte ich nicht erkennen, um welche Art es sich handelte. Aber er schien immerzu "Supermäään" zu rufen. Ob er den Herbst damit meinte?



    Ansonsten war es wunderbar still. Unser Brot liessen wir uns auf einer schönen Wiese schmecken und zum Nachtisch gab es einen schönen roten Apfel ...



    In den kleinen Dörfern lohnte der Blick über den Gartenzaun ...



    ... und auf den Wegen auf die unterschiedlichsten Felsformationen ...



    Die Kastanien erinnerten mich an meine Kindheit. Damals hat man kaum eine auf den Wegen oder Wiesen gefunden. Man musste schon großes Glück haben, denn sie waren heiß begehrt bei den vielen Bastlern. Ganze Zoos oder Familien wurden daraus gebastelt, mit Streichhölzern, einem kleinen Hand- bzw. Bastelbohrer und anderem Zubehör zum Schmuck. Auch Eicheln wurden gern verwendet, und mein Vater bastelte gern kleine Fabelwesen aus Bucheckern. Keine Angst, für die Tiere des Waldes blieb genug übrig.



    Überhaupt scheint der Herbst die Zeit der Waldgeister zu sein. Überall knackte und knisterte es im Dickicht. Hinter den dicken Buchen lukten die Zipfel von winzigen Mützen hervor, überall kicherte es und ständig wehte mir Elfenhaar ins Gesicht.
    Seltsam nur, dass dies außer mir niemand wahrzunehmen schien.

    Jedenfalls war es wiedermal eine schöne Wanderung rund um Rechtenstein. Deshalb hab ich euch mitgenommen. Nun könnt ihr die Füße wieder hochlegen und euch ausruhen. :-)

    (Leider hatte ich wieder arge Probleme beim Einstellen des Eintrages. Zum Glück konnte mir mein Sohn helfen. Ich kapier doch von all diesen Dinge nichts. Blindes Huhn. Mehrmals waren Text und auch Fotos weg, jedenfalls nicht sichtbar für mich. Ich war schon am Verzweifeln. Aber jetzt scheint es wieder zu funktionieren. Wenn ihr 9 Fotos sehen könnt, seht ihr alle.)



    Eine schöne Zeit wünscht euch bis demnächst ... eure Waldameise :-)

    Waldameise 25.09.2011, 22.46 | (32/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Benebelt

    Ja, ein wenig benebelt fühlte ich mich in letzter Zeit. Das trifft es, denn der heutige Tag ist auch so drauf. Dabei begann er so vielversprechend. Seit langer Zeit zeigte sich das liebliche Blau am Himmel, das ich so liebe. Es passt du jeder Jahreszeit. Eigentlich müsste es eher ein Rosarot sein, sagt man doch - wenn etwas besonders schön wirkt - man sehe es durch eine rosarote Brille. Dabei ist es dieses Blau, das für diese ganz besondere Stimmung sorgt. Dieses Blau, das wir der lieben Sonne zu verdanken haben.

    Und die hatte sich nach Tagen der unentschuldigten Abwesenheit mal wieder gezeigt. Ganz früh. Doch kaum, dass sie den Horizont passiert und uns einen guten Morgen gewünscht hatte, verschwand sie auch schon wieder. Womit ich wieder bei den Nebelschwaden bin, die wiedermal alles einhüllen. Der Preis für ein Leben nahe des Flusses ... seufz. Und mich macht das benebelt, lustlos und müde. Die Erklärung dafür, dass es hier so ruhig war.

    Fühlt ihr euch jetzt auch benebelt von meinen nebeligen Gedanken? Das kommt dabei heraus, wenn man nicht weiß, was man bloggen soll. Ich dachte, ich probier es einfach mal, schreib mal drauflos ... Da schau ich doch mal in meine Fotoordner, ob ich was konträres dazu finde. Das würde jetzt passen. ;-)



    So sieht es an der Donau aus, wenn der Herbst keine Zigarre qualmt. Ich freu mich schon auf die Verfärbungen der Landschaft in den nächsten Wochen. Wie ich gelesen habe, sollen die kommenden Tage sehr vielversprechend sein. Der Altweibersommer solle sich von seiner besten Seite zeigen. Dann heißt es wieder hinaus in die Natur und mitnehmen was geht an Eindrücken, Gerüchen und leiser werdenden Tönen, bevor sie ganz verhallen ...



    Es gibt auch im Herbst viele schöne Orte, die man aufsuchen kann. Hier zwei Fotos vom letzten Herbst. Immerhin hatten wir schon Mitte November, als wir diese Ruine aufsuchten ...



    Oben eine Aufnahme außerhalb des Geländes ... und hier die gleiche Stelle aus dem inneren Blickwinkel ...



    Vorausgesetzt, wir bleiben gesund. Das und einen schönen, warmherzigen Herbst wünsche ich euch allen. Inzwischen liegt die Sonne wieder vorn ... im Wettstreit mit der Nebelsuppe.

    Neulich las ich, dass viele Kinder Äpfel nur noch aus dem Supermarkt kennen. Ich dachte, es läge an meinem vernebelten Zustand, aber es stand genauso da. Ich bin schon als Kind auf Großmutters Apfelbäumen geklettert und freu mich heute noch, wenn unser Weg bei unseren Wanderungen zwischen alte Streuobstwiesen entlang führt ... Herbst - ich komme!


    Waldameise 21.09.2011, 14.14 | (25/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Vigiljoch

    Übrigens haben wir während unseres Aufenthaltes in Südtirol alle Ausflugsziele erwandert. Bis auf einen Busausflug in die Dolomiten und die Seilbahn- und Sesselliftfahrt hoch zum Vigiljoch, von dem ich heute berichten möchte.

    HIER wieder ein Link für alle, die mehr darüber wissen möchten.

    Erst wollten wir mit dem Bus bis Lana fahren. Aber das Wetter war so schön an diesem Tag, dass wir beschlossen, den Waalweg bis Lana zu gehen ...



    Von Lana aus ging es mit der Seilbahn nach oben. Wir waren wohl nicht allein mit unserer Idee, denn es dauerte fast eine Stunde, bis wir an der Reihe waren, um in der Kabine für 25 Personen nach oben zu gondeln.

    Der schönste Teil begann aber erst Ende der Seilbahnstation, denn von dort an ging es noch mit einem Sessellift weiter ...



    Ich fahr so gern mit dem Sessellift. Es ist so herrlich, in dieser wunderbaren Stille über die Tannenbaumwipfel zu schweben und die Aussicht zu genießen. Schade, dass dieser "Schwebezustand" nur so kurz erlebbar ist ...



    Hier auf der Rückfahrt kurz nach dem Start.

    Oben empfing uns dann ein Wald, der mich an meine Kindheit erinnerte. Damals liebte ich russische Märchen, und die Wälder ähnelten diesen ... fast auch die netten Häuschen ...



    Nach einer kleinen Wanderung änderten wir unsere Pläne schon wieder. Wir fuhren mit der Seilbahn zurück bis zur Bergstation. Dort entdeckten wir ein Schild, das behauptete, in 2,5 Stunden könnten wir zurück an unseren Ausgangsort gelangen.
    Als wir uns entschlossen, diesen Weg zu nehmen, ahnten wir nicht, wie mühselig dieser war. Trotz guter Ausrüstung und ordentlichem Schuhwerk war der Abgang Anstrengung pur, denn es ging teilweise so steil nach unten, dazu über stein- und wurzelreiche schmale Pfade, dass Knie und Hüfte nicht wussten, wie ihnen geschah. Klaro, das Sitzen am Computer kostet nicht soviel Kraft ... lach.

    Dennoch entschädigten uns die herrlichsten Ausblicke ins Tal ...



    ... dem wir wie durch ein Wunder doch immer näher kamen ...



    ... und irgendwann wieder auf Meran schauen konnten ...



    Ich glaube fast, der  Aussichtpunkt kam noch vor dem vorletzten Foto. Aber ich ändere es jetzt nicht mehr ab.

    Jedenfalls ging ich beinah auf allen Vieren, als wir wieder in unserer Unterkunft ankamen. Aber so geht es einem halt, wenn man mit jungen Leuten wandern geht.

    Lieben Dank für euer Interesse. Wer immer noch kann und mag, darf sich auf die Busfahrt zu den Dolomiten freuen.

    Waldameise 30.08.2011, 23.32 | (18/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Weitwinkel

    Schon sitze ich wieder hier ... ca. 50 cm vor meinem Rechner bzw. von meinem Monitor entfernt. Bin diese "Kurzsichtigkeit" gar nicht mehr gewöhnt. Eine Woche lang eine völlig andere Welt, in die ich eintauchen durfte. Es erstaunt mich immer wieder, wie schnell man sich auch an die neuen Bilder gewöhnt. Den ersten Moment vergisst man nie. Alles ist neu und die Augen wissen gar nicht, wohin sie zuerst schauen sollen, so viele Eindrücke stürmen auf sie ein. Herrlich ... diese endlos scheinende Weite ...



    Der erste Kurzurlaub ohne meinen Mann. Ein sehr trauriges Gefühl. Keine Hand, die die meine hält, der leere Platz am Tisch, wo er hätte sitzen sollen ... einfach so vieles, das ich so gern mit ihm geteilt hätte und schmerzlich vermisst habe. Obwohl ich oft auch das Gefühl hatte, er sei ganz in meiner Nähe. Sehr oft sogar. Aber ich konnte ihn nicht sehen, seine liebe Stimme nicht hören, nicht die Bilder mit ihm teilen, ihn nicht berühren.
    Freude nicht mehr mit geliebten Menschen teilen zu können, muss man erstmal lernen.



    Nein, klagen kann ich nicht. Ich werde aufgefangen, hab eine sehr liebe Familie. Aber wenn ein wichtiges Teil fehlt, wird es nie wieder so sein, wie es einstmals war. Das kann ein jeder bestätigen, dem auch ein Stück vom Herzen genommen wurde.

    Doch ihr möchtet sicher noch ein wenig von der Reise nach Südtirol erfahren.

    Ganz zeitig fuhren wir los, um den größten Verkehrsstaus zu entgehen.



    Hier machten wir eine größere Rast. In Graun im Vinschgau. Was es mit diesem Ort auf sich hat und warum aus dem See der Turm einer Kirche ragt, könnt ihr HIER nachlesen.



    Unsere erste Unterkunft fanden wir in Algund. Noch am selben Tag führte uns unser Weg Richtung Schloss Tirol, was ihr auf dem 2. und letzten Foto sehen könnt. Aber auch auf dem Weg dahin gab es soviel interessantes zu entdecken.



    Immer wieder herrliche Berghänge mit Weinreben und Apfelbäumen ... kleine Kirchen, Burgen, Ruinen und dazwischen immer wieder wunderbare, faszinierende Aussichtspunkte.



    Was es mit den erwähnten Waalwegen auf sich hat, erzähle ich euch beim nächsten Mal. Und das ist noch längst nicht alles ... ;-)

    Morgen ruft erstmal die Arbeit wieder. Vermutlich habe ich einiges aufzuarbeiten. Hauptsache, es hat sich nichts zum Negativen verändert, wie in meinem Traum, als plötzlich alle ins Haupthaus umgezogen waren und mir keiner sagen konnte, wo ich meine Kollegen bzw. meinen neuen Arbeitsplatz finde ... überall hab ich nach ihnen gesucht, aber vergeblich ...  *schwitz* :-)
    Ich sag` ja immer, ich hab einfach zuviel Fantasie.

    Übrigens finde ich es auch schön, wieder hier zu sein. Vielen Dank für euer Interesse ... bis bald!


    Waldameise 21.08.2011, 16.37 | (19/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Auf Waalwegen ...

    bin ich gewandelt. Deshalb war es hier ein paar Tage ruhig. Ganz lieben Dank für eure vielen lieben Zeilen. Dass euch das kleine Märchen von Käfin gefallen hat, freut mich von ganzem Herzen. Danke für die vielen lobenden Worte und eure Aufmunterung, ein Büchlein herauszubringen. Natürlich träume ich davon, eines Tages ein Büchlein herausbringen zu können mit meinen Gedichten und kleinen Geschichten. Aber ich finde, noch sollte ich daran arbeiten, bis ich diesen großen Schritt gehen kann.
    Eine Frage kam auf zu Spincer, der Spinne. Vielleicht hätte ich noch erwähnen sollen, dass er im Handumdrehen aus dem glänzenden Stoff des Knopfes den Anzug für Käfin "zusammengesponnen" hat. Ich glaubte, das ginge deutlich aus der Handlung hervor. Aber an dieser Stelle war wohl mein Erzähl-Faden zu kurz gesponnen, wie ich diesbezüglichen Anfragen entnommen habe.



    Aber ich wette, euch interessiert jetzt viel mehr, was ich euch von den Waalwegen berichten kann. Im Moment bin ich leider nicht in der Lage dazu. Die Rückreise war ziemlich anstrengend, wie das halt so ist. Zudem klebe ich schier an den Tasten fest. Und heute schaut hier sicher eh keiner mehr vorbei.
    Ich hoffe, euch allen geht es gut. Ich freu mich schon auf einen Besuch. Alles Liebe für euch ... bis bald!

    Waldameise 20.08.2011, 21.43 | (9/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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    Wissenschaft genügt nicht, um die Sprache der Natur zu verstehen. Für viele Menschen sind Poesie und Kunst verständliche Dolmetscher.
    Friedrich Ratzel





    In den Wäldern sind Dinge,
    über die nachzudenken

    man jahrelang
    im Moos liegen könnte.
    Kafka








    Die Erinnerung ist
    das einzige Paradies,
    aus dem man nicht
    vertrieben werden kann.
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