Waldameise
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     Alles ist Mitteilung
     in der Natur
     Bettina von Arnim


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    In dem heiligen Schweigen, in der großartigen Ruhe der Natur liegt der höchste Trost für den, der ihre Sprache versteht.
    Fanny Lewald






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    Freude

    Es gibt ein paar Dinge in meinem Leben, für die ich unsagbar dankbar bin. Dazu gehören die Erinnerungen an meine Kindheit. Dass ich so viele wohlige Gefühle in mir spüre, wenn ich an diese Zeit zurückdenke, ist für mich eines der größten Geschenke des Lebens.

    Dabei würde man es aus heutiger Sicht wohl als ärmlich bezeichnen, dieses Leben, wie wir es geführt haben. Diese winzige, karg eingerichtete Wohnung, in der wir dennoch nie Platzmangel verspürten. In den wenigen Schränken gab es immer noch Raum und der Hausmüll eines 12-Familienhauses passte noch in eine einzige kleine Tonne. War es dieser Mangel, der es leicht machte, große Freude über scheinbar kleine Dinge zu empfinden?

    Ich konnte mich tagelang vorher auf einen Brief von meiner Großmutter oder auf den Kinderfilm am Samstagnachmittag freuen. Oder gar wochenlang auf das Weihnachtsfest. Es war wie in diesem Kinderlied, wo es abends zu hämmern anfing, und ich mir ausmalte, was es neues in meiner Puppenstube geben würde.
    Es war wie ein Feuer in meiner Brust. Und dieses Feuer kann ich noch heute in mir spüren, wenn ich daran zurückdenke.

    "Im Zimmer meiner Enkelin gibt es mehr Spielzeug, als zu meiner Zeit in einem Spielwarenladen" sagte mal ein Mann zu mir. Daran muss ich oft denken und frage mich angesichts der Werbeprospekte und bis zum Rand gefüllten Kaufhäuser, ob sich die Kinder von heute auch noch so freuen können, wie wir einst. Fühlen sie diese Vorfreude auch so intensiv oder ist es nur ein kurzes Aufflackern, wenn sie ihre Geschenke dann in den Händen halten?

    Ich weiß, die Zeiten ändern sich und man kann heute nicht mit früher vergleichen. Dass sich meine Großmütter einst schon über ein genähtes Kleidchen für ihre Puppe freuten und ein Stückchen Schokolade der pure Luxus war, weiß ich auch. Aber von ihren Erzählungen weiß ich auch, was sie glücklich gemacht hat. Ich seh noch das Leuchten in ihren Augen, wenn sie davon erzählte. Ob man das in den Augen unserer Kinder später auch einmal finden wird?

    Waldameise 25.10.2008, 15.07 | (9/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Wahre Kunst

    Auch das ist Kunst, ist Gottes Gabe,
    aus ein paar sonnenhellen Tagen
    sich soviel Licht ins Herz zu tragen,
    daß, wenn der Sommer längst verweht,
    das Leuchten immer noch besteht.

    Johann Wolfgang von Goethe


    Waldameise 22.10.2008, 14.08 | (15/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Krümeliges

    Ich liebe es, für bestimmte Wörter/Sachen eine Metapher zu verwenden. Gerade noch wollte ich von meinem geplanten Krümelaufstand berichten, weil es eine Unsitte meiner Familie ist, überall ihre Krümel zu hinterlassen, da kam mir die Idee für die heutige Überschrift. Denn auch die Dinge, von denen ich hier berichte, sind doch in irgendeiner Form auch Krümel meines Lebens oder auch Gedankenkrümel, wenn man so will.

    Jetzt werden einige von euch sagen, ich sollte mich mal entscheiden ... Salat oder Krümel. Ja, der Bezug auf den gemischten (Wochenend-)Salat hat mir auch gefallen. Und es war ein leckerer Salat, auch, wenn wohl doch ein Spritzer Essig zuviel beigemischt war. Was ich damit meine, erzähl ich aber lieber nicht. Das würde echt zu weit gehen, hier auch noch von meinen Darmgeschichten zu schreiben. Davon gibts ja schon Bestseller, das genügt.

    Jedenfalls liebe ich die Verwendung von Metaphern. Und deshalb werde ich heute ein wenig krümeln. ;-)

    Eigentlich könnte ich ein großes Backblech voll Streuselkuchen erzählen, aber ihr wisst ja ... tick tick tick ... die Zeit ... sie reicht einfach nicht. Deshalb picke ich halt ein paar für euch raus, okay?

    Einen köstlichen Krümel gönnten sich mein Mann und ich am Wochenende mit "Walk the Line". Ein toller Film mit grandiosen Hauptdarstellern. Ein Genuss, da zuzuschauen und -zuhören. Ich mag Filmbiografien sehr und hab schon einige gesehen, aber die Verfilmung über einen Teil des Lebens von Johnny Cash und June Carter gehört zu den mit Abstand besten.

    Heute Abend möchte ich den Film schauen, und bin schon sehr gespannt, zu welcher von den vielen unterschiedlichen Filmkritiken ich tendiere.

    Eigentlich könnte mein Mann (mit dem ich heute übrigens 21 Jahre verheiratet bin) auch einen Blog eröffnen. Ich sags euch, was der immer für Storys mit nach Hause bringt. Nicht alle sind zum lachen, beigott nicht. Wenn er nicht so ein ruhiges Gemüt hätte und trotz der vielen diversen "Nöte" seinen Humor und Glauben behalten würde, ich glaube, da gäbs bald keine sonnigen Seiten mehr.

    Aber gestern hätte ich mit der Digi auf der Baustelle sein sollen. Das muss ich euch einfach erzählen:
    Der Kunde, ein betagter Mann Mitte 80, verfolgte aufgeregt die Geschehnisse. Nicht nur, dass er meinen Mann dabei die ganze Zeit mit diversen Fragen "unterhielt" ... wozu diese Schraube in dieses Loch, die Leiste an das Wandteil kommen muss und wie es sein kann, dass ein Bohrer ohne Strom funktioniert, ... konnte ihn nichts, aber auch gar nichts davon abhalten, selbst die Leiter zu erklimmen, um sich alles aus nächster Nähe zu betrachten. Schließlich funktioniert das mit den Augen nicht mehr so doll im Alter.

    Verzweifelte und nachdrückliche Zurufe meines Mannes, er möge bitte unten - auf für ihn sicherem Terrain - bleiben, schienen ungehört zu verhallen. Nein, es komme was wolle, er musste nach oben.
    Klar, irgendwie hat er das geschafft. So weit so gut - aber wie nun wieder runterkommen? Da war guter Rat teuer, denn die Leiter nach unten klettern, war einfach unmöglich.

    Was also blieb meinem Mann anderes übrig, als den alten Herrn Huckepack zu nehmen und nach unten zu transportieren. Ich sags euch ... da macht man was mit.

    So, für heute genug gekrümelt. Jetzt wird es Zeit, dass ich mich wieder verkrümel.
    Habt einen schönen Tag ... winke, bis bald :-)



    Waldameise 21.10.2008, 14.02 | (7/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Das Wochenende ...

    steht vor der Tür, wie die leere Salatschüssel auf dem Tisch. Was mich betrifft, werde ich sie mit diversen Zutaten füllen, ein wenig Zucker und Öl hinzugeben, alles gut durchmischen und hoffen, dass die Wochenendkost verdaulich und schmackhaft für meine Familie wird.

    Euch wünsche ich natürlich auch, dass ihr die richtigen Zutaten für ein schönes, genussvolles und abwechslungsreiches Wochenende findet. Lasst es euch gut gehen ...


    Waldameise 17.10.2008, 12.31 | (16/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Unaufhaltsam ...

    rieselt der Zeitsand ... riesel ... riesel ... riesel. So vieles gibt es zu sehen, zu hören, zu riechen ... zu erleben, manches zu begreifen und vieles auch nicht.
    So vieles möchte ich niederschreiben, erzählen und zeigen ... aber wann?
    Eine große Blogrunde drehen wird auch langsam zum Luxus. Gönne ich mir diesen, bleiben andere Dinge auf der Strecke. Andererseits ist es schön, sich mit vielen Dingen beschäftigen zu können. Es müsste halt einfach mehr Zeit dafür übrig sein. Aber wem erzähle ich das ... ;-)



    Lustig, wie sich der Glücksklee verfärbt hat, gell? Aber auch andere Pflänzchen und vorallem unser Ahorn ziehen noch einmal ihre letzten Trümpfe. Überall in den Gärten wuseln die Leute. Ich lass mir Zeit. Warum so eilig? Auch verblühten Pflanzen wohnt noch ein Zauber inne.
    Wie schön sehen sie mit den im Morgentau gesponnenen Perlenkettchen aus.

    Lissy liebt es nachwievor, im Ahorn zu klettern ...



    Morgens sieht es allerdings immer so aus ...



    Wie gestern, als wir zu unserer Wanderung aufbrachen.
    Diesmal gings nach Trochtelfingen und ins angrenzende Laucherttal ...



    Die Landschaft ist auch wunderschön und hatte so vieles zu bieten. Die Sonne schaffte es kaum, sich durch die Nebelschwaden durchzukämpfen. Aber ab und an fiel ein Strahl auf unsere Wege.
    Wege, die uns über Felder und am Fluss entlang führten, über Hügel und durch Wälder, an einem idyllischen kleinen See vorbei und durch zauberhafte Dörfchen mit diesen kleinen Kirchen, die ich so mag ...



    Dennoch sind uns kaum Spaziergänger oder Wanderer begegnet. In einigen Städten war ja gestern verkaufsoffener Sonntag. Das schien vielen wohl verlockender.
    Wir haben die Stille und wunderbare Natur umso mehr genießen können ...



    HIER noch etwas schönes für Auge und Ohr ...
    alles Liebe für euch :-)


    Waldameise 13.10.2008, 21.42 | (17/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Ich hab einen Bock geschossen

    mit meiner Digi ...



    ... gestern im Laucherttal. Was sonst noch so lief die letzten Tage, davon später mehr.
    Einen guten Start in die neue Woche wünsch ich euch !!!

    Waldameise 13.10.2008, 12.11 | (8/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Gern wär ich ja auch ein wenig ...

    durch die Blogs gezogen, um zu sehen, was ihr so mit all dem Gold anfangt, was derzeit so reichlich auf der Straße liegt. Das einzige Gold, das auch auf meiner Bank liegt ... meiner Gartenbank nämlich ... ;-) Goldenes und rotes Ahornlaub, was für eine Pracht!

    Aber leider hatte ich keine Zeit fürs Internet. Und heute Nachmittag bin ich gleich nach der Arbeit in den Garten und in den Abendstunden noch kurz ans Altwasser ...



    Ganz herzlich möchte ich mich für eure lieben Komplimente zu meinem Gedicht bedanken. Das hat mich ganz sehr gefreut.

    Hoffentlich lichtet sich morgen der Nebel recht bald, dann ziehen wir wieder los.
    Ich freu`mich so ... und wünsche auch euch einen wundervollen goldenen Sonntag ... bis bald !!!


    Waldameise 11.10.2008, 22.34 | (8/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Abschlussball

    Der Herbst lädt ein zum Abschlussball,
    kein Grund zur Traurigkeit.
    Noch strahlt am Bäumchen überall
    sein leuchtend buntes Kleid.

    Der Festsaal glänzt im goldnen Licht
    und lieblich schmeckt der Wein.
    Doch plötzlich kommt ein übler Wicht
    und nebelt alles ein.

    Noch einmal holt die Sonne Luft,
    verordnet Rauchverbot.
    Er zieht zwar ab, der kleine Schuft,
    doch neues Unheil droht.

    Der Gästeschar, die einst so froh,
    wird nun ganz Angst und Bang.
    Sie fürchten, bläst der Sturm gar so,
    dann dauerts nicht mehr lang.

    Bald folgt des Bäumchens letzter Tanz,
    die Stimmen werden leise.
    Das Festkleid fällt zur Erde sanft,
    zieht dort nun seine Kreise.

    (Sunny)




    Waldameise 07.10.2008, 19.52 | (16/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Gedankensalat

    Zur Zeit geht mir wiedermal so vieles durch den Kopf. Apropos ... war das schön gestern Abend, als meine 3-Tage-Schmerzen endlich nachliessen. Obwohl, wenn ich die Nachrichten höre, dann möchte mein Kopf schon wieder losqualmen. Die ganze Situation derzeit macht alles noch komplizierter. Wie soll man da eine Entscheidung treffen, hinter der man stehen kann oder - was noch wichtiger ist - mit der man nachts durchschlafen kann? Bauen, kaufen oder mieten, das ist hier die Frage. Der dritte Nachbar (Schreiner), der eigentlich allein weiterwurschteln wollte, schwächelt nun auch. Vielleicht gibt es doch noch den 3-er Pack, wie ganz am Anfang schon besprochen ... wär nicht schlecht. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Der Faden der Entscheidung ist so dünn wie die Netze der alten Weiber da draußen.

    Verrückt geträumt wiedermal, querbeet durch alle Lebensstadien ... Kindheit ... Jugend ... Gegenwart. Gegen 4 war ich hellwach und hätte die Wände streichen oder den Boden bohnern können.  Jetzt nicht mehr. Aber ums Fensterputzen komm` ich diese Woche nicht mehr herum. Sieht zu übel aus, wenn die goldene Oktobersonne durchs sommerbestäubte Fenster scheint. So lange es da draußen noch bunt zugeht, will ich das auch mitbekommen.
    Eigentlich müssten wir längst mal renovieren ... und weiter restaurieren. Kein Wunder, dass sich die Spinnen bei uns so heimisch fühlen. Aber viel zu fressen finden sie hierinnen nicht, dank Fliegengitter.

    Werden die Menschen anstrengender oder wird meine Toleranzschwelle dünner? Storys könnte ich erzählen von meiner Arbeit und den Begegnungen der seltsamen Art. Früher konnte ich noch insgeheim darüber lachen, aber das vergeht mir immer mehr. Die Contenance zu bewahren, fordert mir oft meine ganze Kraft ab. Sterben die ruhigen, freundlichen, verträglichen Menschen aus oder machen sich die anderen derart breit, dass sich die "unauffälligen" mehr und mehr zurückziehen? Oder fallen die bloß nicht auf, weil sie unauffällig sind ... lach. Oder bloggen die jetzt lieber alle ... so wie ich, einsam in meinem Kämmerlein?

    Ich kann mir ja noch ein Weilchen über dies und jenes Gedanken machen ... allerdings während ich mich wieder um meinen Haushalt kümmere ;-)

    Waldameise 07.10.2008, 12.09 | (8/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

    Dass es Menschen gibt,

    die Kopfschmerzen nicht kennen, nehme ich immer wieder erstaunt mit einem großen Seufzer zur Kenntnis. Erst neulich im UG des Kaufhauses. Dort dudelt es den ganzen Tag aus den Lautsprechern ... Musik ... Werbung ... Musik ... Werbung. Voller Mitleid fragte ich eine Verkäuferin, wie sie das aushält und ob sie davon keine Kopfschmerzen bekäme.
    Kopfschmerzen kenne sie nicht, sonst könnte sie da nicht arbeiten. "Kenne sie nicht" ... wie beneidenswert.

    Was mich betrifft, hab ich manchmal das Gefühl, dass ich für solche Mitmenschen die Schmerzen mit übernommen habe. In letzter Zeit häuft sich das wieder. Das ist so ätzend. Da freut man sich auf freie Tage und dann kann man sie doch nicht genießen, weil das Messer einfach zu tief drin steckt. So wie heute ... Mist.
    Nehmt es mir nicht übel, dass ich deshalb auch meine Blogrunde auf "bessere Zeiten" verschiebe. Ich kann das einfach nicht genießen in diesem Zustand.

    Dafür hab ich euch ein Foto von unserer verrückten Klettermiez mitgebracht. Keine springt so gerne auf unser Ahornbäumchen wie Lissy ...



    Nein, das Foto ist nicht verdreht ... lach.

    Ich schick euch von hier aus ganz liebe Grüße und wünsche euch eine tolle Woche. Es soll ja wieder wärmer werden und die zweite Wochenhälfte altweibersömmerlich. Das sind doch schöne Aussichten, gell? Also, alles Gute für euch und bis bald ...


    Waldameise 05.10.2008, 18.07 | (14/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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    Wissenschaft genügt nicht, um die Sprache der Natur zu verstehen. Für viele Menschen sind Poesie und Kunst verständliche Dolmetscher.
    Friedrich Ratzel





    In den Wäldern sind Dinge,
    über die nachzudenken

    man jahrelang
    im Moos liegen könnte.
    Kafka








    Die Erinnerung ist
    das einzige Paradies,
    aus dem man nicht
    vertrieben werden kann.
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